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     +++  Baumaßnahme im Ortsteil Bindsachsen  +++     
     +++  Baumaßnahme K921  +++     
     +++  Straßensperrung in Kefenrod  +++     
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Ortsteile

Wember

 

Im Jahre 1528 wird Hessen und somit alle Gemeinden evangelisch. Unter dem Dreißigjährigen Krieg hatten 1618 bis 1648 alle heutigen Ortsteile zu leiden. Die Dörfer Kefenrod, Bindsachsen und Hitzkirchen fielen 1686 an die Linie Isenburg-Birstein und blieben dort bis 1813. Am 31. Dezember 1971 haben sich die ehemaligen Gemeinden Bindsachsen, Hitzkirchen, Burgbracht und Kefenrod freiwillig zu der Großgemeinde Kefenrod zusammengeschlossen. Durch Gesetz wurde der heutige Ortsteil Helfersdorf am 1. August 1972 in die Großgemeinde Kefenrod eingegliedert. Die alten Ortsnamen wurden beibehalten.

 

 

Kefenrod Zur Geschichte von Kefenrod ist zu bemerken, dass nach Überlieferungen alter Einwohner die Gegend schon in der Steinzeit bewohnt gewesen sein muß. Der Fund eines Steinbeils spricht dafür. Die Siedlung dürfte in der Zeit von 800 bis 1300 n. Chr. entstanden sein. Im Jahre 1377 taucht Kefenrod, damals Kebenrode, in einem Notariatsinstrument über eine "Landscheidung um Wald und Freiheit" auf. Im Laufe der Jahrhunderte hat der Name Kefenrod viele Wandlungen durchgemacht. So schrieb man 1377 Kebenrode, 1380 Kempfenrod, 1398 Kefenrode, 1548 Cefenroid, 1660 Kebnroth, 1688 Kefferod, 1695 Kiefenrodt, 1736 Kefenrodt, 1770 Keffenroth, 1820 Kefenrod. Im bäuerlichen Sprachgebrauch war selbst 1914 noch von Keffenrout die Rede. Bei der ersten Teilung der Grafschaft Büdingen im Jahr 1517 und bei der zweiten 1628 zählten Kefenrod und Bindsachsen zum Land- und Ruggericht Wolferborn. Kefenrod war Durchzugsgebiet für Franzosen, Russen, Schweden, Kroaten und andere Kriegsvölker. Erst ab 1761 trat eine gewisse Ruhe ein. Im Jahre 1806 und später 1812/1813 durchzogen Franzosen und Russen abermals das Land. Um 1845-1871 wird von Eisenerzfunden in der Gemarkung Kefenrod berichtet. 1870 wurde die "alte Schule" errichtet, die heute als Heimatmuseum und Archiv der Gemeindeverwaltung dient. 1909 wurden erstmals Wasserleitungen verlegt, die "neue Schule" wurde gegenüber der alten erbaut und im Dezember des Jahres wurde die freiwillige Feuerwehr gegründet. 1920 beschloß der neue Gemeinderat den Anschluß an das Überlandwerk (Stromanschluss). Ab 1930 führte die Post eine Omnibuslinie ein. 1933 begann man in Kefenrod mit der Feldbereinigung, ein Schwimmbad wurde errichtet - das jetzt leider gänzlich verfallen ist -, das Bachbett wurde begradigt und man verlegt eine neue Straße - die jetzige Jahnstraße -. 1935 errichtete man ein neues Spritzenhaus. Am 30. März 1945 besetzten amerikanische Truppen das Dorf. Sie setzten am 8. Mai 1945 Hermann Schreiner als kommissarischen Bürgermeister ein. Am 12. Mai 1958 richtete die Gemeinde einen Kindergarten im oberen Stockwerk des Spritzenhauses ein, dessen Plätze stets ausgebucht waren. Im Jahr 1968 erhielt Kefenrod ein Wappen, das nach den Vorschlägen von Dr. med. Rudolf Weil ausgearbeitet wurde. Am 21. November 1971 wurde die neu gebaute Friedhofshalle eingeweiht. Im September 1975 tat man den ersten Spatenstich für den Bau des neuen Kindergartens, der im August 1976 eingeweiht wurde und im Jahr 2001 sein 25-jähriges Bestehen feierte.Kirche Kefenrod Backhaus Kefenrod

 

Bindsachsen In der Gemarkung Bindsachsen wurden wie auch in Kefenrod vorgeschichtliche Funde gemacht, ganz in der Nähe wurden Hügelgräber aufgedeckt. Auf der Seite der "Büdinger Mark" wohnten hier schon Menschen, lange bevor es das Dorf selbst gab. Die Ansiedlung dürfte etwa zwischen 500 bis 800 n. Chr. entstanden sein. Der Anfang des Gemeindewesens wurde an erhöhter Stelle, am Lindenberg gemacht. Dort, wo heute die alte Wehrkirche steht, errichtete man um 1100 eine romanische Kapelle. Urkundlich wurde Bindsachsen, damals Benzensassen, 1286 erstmals erwähnt. 1324 schrieb man Byntzensassen und 1370 Bintzensassen (Sassen=Siedler). Wie so viele andere Dörfer war auch Bindsachsen zweigeteilt. Der um den Kirch- bzw. Lindenberg liegende Ortsteil gehörte zum Gericht Floßbach, während der andere Ortsteil auf der linken Wolfsbachseite zum Gericht Wolferborn zählte. Auch in kirchlicher Hinsicht war Bindsachsen zweigeteilt. Der Gemeindeteil um den Lindenberg gehörte zur Mutterkirche Floßbach, wo man auch auf dem Gottesacker die Toten bestattete, und der links des Wolfsbach liegende Ortsteil gehörte zur Kapelle Peter und Paul und Cyrtakus in Wolferborn und somit zur Mutterkirche St. Gangolf in Hitzkirchen. Auch Bindsachsen hatte unter den Kriegen zu leiden. Krankheiten und Seuchen hielten in den vergangenen Jahrhunderten die Bevölkerung ebenfalls in Angst und Schrecken. 1470 bis 1480 erhielt die Kirche in Bindsachsen ihr heutiges Aussehen. Um Überfälle zu verhindern, wird sie zur Wehrkirche und mit einer Mauer umgeben. Um 1540 wird Bindsachsen evangelisch. 1643 waren die meisten Bewohner außer Landes gegangen, viele waren der Pest und anderen Seuchen zum Opfer gefallen. Erst um 1711 stieg die Zahl der Dorfbewohner wieder. Am 7. September 1796 wurde die Kirche vom durchziehenden Korps Bernhadotte geplündert und als Pferdestall benutzt. Die Bänke wurden verbrannt. In den Jahren 1812, 1901 und zuletzt 1966 sollte die Kirche jeweils abgerissen werden. Letzten Endes wurde sie jedesmal renoviert bzw. instandgesetzt. Von 1987-1994 wurden Orgel, Kanzel und Bänke wieder eingeführt.

Kirche Bindsachsen DGH Bindsachsen

 

Burgbracht Ein zufälliger Eisenfund in der Gegend des heutigen Burgbracht führt wohl zu der ersten Besiedlung. Im Jahr 785 n. Chr. wurde Burgbracht, damals noch Brahata, erstmals urkundlich erwähnt. Die Wasserburg "die Burg Bracht", diente als Schutzburg der Talschaft und als Sicherungsburg für die wichtige Burg der "Hohen Straße" oder auch "Reffestraße" genannt. Sie stand auf der Stelle, wo die Gerichte Reichenbach, Wolferborn und Wenings sich berührten. Zur Burg gehörten die in der Nähe liegenden Höfe und das Dorf Hitzkirchen. Die Wasserburg, von der heute noch Mauerreste vorhanden sind wurde zerstört und nicht wieder aufgebaut. Der schützende Wassergraben blieb als "Burggraben" bis zur Bachbegradigung und Flurbereinigung (1952-1956) erhalten. Die Dorfkirche wurde 1738 erbaut. 1815 verlor die "Reffestraße" mit der Auflösung des Fürstentums Ysenburg ihren Rang. Es entstanden die heutigen Bundesstraßen 276 und 40. Die Eisengewinnung ging zurück und wurde schließlich eingestellt. Schürfrechte haben bis 1936 bestanden. Zwischenzeitlich war der Herstellung von Ziegelsteinen eine kurze Blütezeit beschieden. Trotz des relativ schlechten Bodens ist Burgbracht ein Dorf mit land- und forstwirtschaftlicher Struktur geblieben und hat sich auf diesem Gebiet in erfreulicher Weise fortentwickelt. 1828 sind 225 Einwohner ausgewiesen; 1946 waren es 288 Einwohner; 1975 waren es 235 Einwohner und 2001 sind es 292 (nur Hauptwohnung). Burgbracht hatte schon vor 1757 eine Schule. Ab 1964 wurden die Hauptschüler in Kefenrod unterrichtet, ab 1970 auch die Grundschüler. 1972 wurde die Poststelle geschlossen. Ab diesem Zeitpunkt erfolgte die postalische Betreuung durch die Post in Kefenrod. Heute gehört die evangelische Gemeinde zur Pfarrei Hitzkirchen.

Kirche Burgbracht Brunnen Burgbracht

 

Helfersdorf Die urkundliche Ersterwähnung von Helfersdorf, damals Helfferichdorf, in einem Isenburger Rentenbuch ist nach bisher vorliegenden Erkenntnissen in das Jahr 1489 zu setzen. Über die genauen Gründungsdaten von Helfersdorf sagt das Rentenbuch nichts aus. Die Entstehung des Ortes kann durchaus einige Jahre oder Jahrzehnte zurückliegen. Aufgrund der Tatsache, dass der Eintrag im Rentenbuch Hitzkirchen zu finden ist, können wir annehmen, dass Helfersdorf aus Hitzkirchen entstanden ist. Die Gemeinsamkeit der beiden Orte war allerdings nur von kurzer Dauer. Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts, im Jahre 1521 wurden sie getrennt. Ausgerechnet zwischen Helfersdorf und Hitzkirchen wurde die Grenze der Linien Ysenburg-Ronneburg (Helfersdorf) und Isenburg-Birstein (Hitzkirchen) gezogen. Später trennte diese Grenze Preußen und das Großherzogtum Hessen. Ausgelöst durch unterschiedliche Meinungen über Holzrechte und Durchfahrtsrechte sowie Rodungen am Büdinger Wald, häuften sich hier sehr bald die Streitigkeiten. Es kam zu zahlreichen gegenseitigen Übergriffen der Dörfer. In Helferdorf gibt es zwei Naturdenkmäler. Die mächtige Linde auf dem Friedhof in Helfersdorf, die sowohl vom Hoherodskopf als auch von der Wegscheide aus zu sehen ist und die alte Eiche am Ortsausgang von Helfersdorf, links der Straße nach Neuenschmidten. Von dieser Eiche existiert eine Zeichnung von Ludwig Emil Grimm (jüngerer Bruder der Gebrüder Grimm) aus dem Jahre 1820. Das Bild zeigt die Eiche am Weg und im Hintergrund zweifelsfrei die Pfarr- und Wehrkirche Sankt Gangolf in Hitzkirchen. Die ältesten Gebäude in Helfersdorf sind das Anwesen Höhenstr. 15 aus der Zeit um 1800, das Anwesen Obergasse 6 aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts und das Anwesen Talstraße 5, erbaut in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Von 1834 bis 1967 wurden die Kinder in der Schule von Helfersdorf unterrichtet. Das alte Schulhaus wurde 1956 abgebrochen, an der gleichen Stelle wurde das Dorfgemeinschaftshaus mit Schulsaal errichtet. Heute ist das Dorfgemeinschaftshaus ein Wohnhaus. Das neue DGH für Helfersdorf und Hitzkirchen befindet sich in der Frankfurter Str. 13.

Holzwich

 

Hitzkirchen Im Jahre 1377 wurde Hitzkirchen, damals Hitzinkirchen, erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Hitzkirchen hat im Laufe der Jahrhunderte viele Wandlungen durchlebt. Man schrieb 1436 Hitzenkirchen, 1544 Hitzigkirchen, 1550 Hertzkirch, 1645 Hirzkirchen, 1647 Hirtzkirchen, 1671 Hitzkirchen, 1804 Hizkirchen und ab 1816 Hitzkirchen. Ursprünglich bildete Hitzkirchen mit den Höfen "von Recht und von Alters her" ein Zubehör der Burg Bracht. Im Laufe des 14. Jahrhunderts (von 1380 an) gehörte der auf dem rechten Ufer der Bracht gelegene größere Teil des Dorfes zum Gericht Wolferborn, der auf der linken Uferseite gelegene kleinere Teil zum Gericht Reichenbach. Nach mehrmaligem Zugehörigkeitswechsel der linken Uferseite des Dorfes, fielen beide Teile im Jahre 1438 an Diether I. von Ysenburg und blieben von da an in einer Hand. Die Wehrkirche St. Gangolf wird bereits 1436 ausdrücklich als Pfarrkirche bezeichnet. In den Jahren 1489 bis 1536 hatte Hitzkirchen den wohl für dieses Dorf letzten katholischen Geistlichen. Durch den "Vertrag von Hitzkirchen" wurde Hessen evangelisch. Hitzkirchen erlebte 1541-1545 seine erste Reformation. Das Kirchenwesen wurde nach den Grundsätzen des "heiligen Evangelii" umgestaltet. 1572 war der jeweilige Glöckner gleichzeitig Lehrer an der Schule in Hitzkirchen. Ungefähr zu dieser Zeit wurde eine der ältesten Mühlen in Hitzkirchen zu einer Eisenhütte, genannt Waldschmiede, umgebaut. Die Eisenschmiede wurde im 30-jährigen Krieg geschlossen, aber die Mühle bestand unter dem Namen "Schmidtmühle" weiter. Nach dem Krieg wurden die "Lohsemühle" und die "Hansen-Jecken-Mühl" - vielfach auch Hansen-Mühle oder gar Hanges-Mühle genannt und im 17. und 18. Jahrhundert mehrmals aktenkundig erwähnt - neu gebaut. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts baute man eine "Jostische Mühle" zur Papiermühle um, die über 100 Jahre betrieben wurde. Auch die "Hühnermühle" und die "Sauersche Mühle" wurden Mitte des 18. Jahrhunderts betrieben. Hitzkirchen wird also zurecht als Dorf der Mühlen bezeichnet. Von den zur Zeit noch bestehenden vier Mühlen ist die heute sogenannte "Müllermühle" zweifellos die bedeutendste, da diese auf den Fundamenten der uralten "Schmidtmühle" steht. In den Jahren 1596, 1635 und 1642 erfolgten weitere Reformationen.

Kirche Hitzkirchen Mühle